Zeit für selbstbewusste Markenführung

20.11.2008 | Verfasst von Henning Meyer | Kategorie: Markenstrategie, Thema

Auf den Marken lastet heute ein enormer Wettbewerbsdruck. Der Kampf um die Aufmerksamkeit, das Vertrauen und die Zahlungsbereitschaft der Kunden tobt in vielen Branchen härter als je zuvor. Und mehr und mehr zeigt sich, wie sehr es darauf ankommt, eine alleinstellende Positionierung zu erreichen. Nur wer aus der Masse herausragt und als Leistungsführer anerkannt wird, kann dauerhaft erfolgreich sein. – Das Mittelmaß wird zur Todeszone.

Was aber sind die Quellen eines einzigartigen Markenauftritts? Mit welchen Mitteln erzeugt man eine überlegene Positionierung? Auf der Suche nach Lösungen richten viele Unternehmen den Blick nach außen: Durch Marktforschung und Trendanalysen wollen sie möglichst punktgenau die Wünsche ihrer Zielgruppen treffen. Und mittels Benchmarking adaptieren sie die vermeintlichen Stärken ihrer Wettbewerber. Damit leisten sie – entgegen ihrer Intention, die Wettbewerbskraft zu stärken – einer Anpassung an den Markt und einer „Durchschnittsbildung“ ihrer Leistungen Vorschub. Ein verhängnisvoller Fehler.

Wie es stattdessen geht, zeigen Beispiele erfolgreicher Marken, deren zentrales Erfolgsmuster nicht auf Außen-Orientierung fußt, sondern auf einem konsequent eigenständigen Kurs: An welcher Benchmark orientiert sich die Bild-Zeitung? Wem eifert Porsche nach? Und welches sind die Vorbilder von McDonald’s, Apple, Google, Aldi oder H&M? Was diese Marken auszeichnet, ist ein gesundes Selbstbewusstsein und die Überzeugung, dass ihre Kunden keine kopierten Konzepte und keine optimierte Einheitsware wollen, sondern einzigartige, leistungsstarke Originale.

Selbstbewusste Marken erzielen eine überlegene Position, indem sie ihre Besonderheit nicht nur versprechen, sondern ihre gesamte Leistungsstruktur darauf ausrichten. Statt ihren Kunden etwas vorzumachen, sind sie tatsächlich Vorreiter. Ihr Wettbewerbsvorteil beruht darauf, dass sie einen eigenen Kurs verfolgen und ihre bereits etablierten Leistungsspitzen in noch größere Höhen treiben. Denn nur wenn man an jenen Leistungspunkten, an denen man bereits sehr gut ist, nochmals aufrüstet, erreicht man bei seinen Kunden den gewünschten Wow-Effekt.

In wirtschaftlich harten Zeiten gilt daher umso mehr: Wer seine Marke wirklich vorantreiben will, sollte sich intensiv mit seinen originären Stärken beschäftigen, diese mit einer prägnanten, resonanzstarken Positionierungsstrategie verbinden und sie kompromisslos weiter ausbauen. Getreu dem Motto: „Die eigenen Stärken stärken“.

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3 Kommentare

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  1. Der Artikel bringt das Wichtigste auf den Punkt. “Benchmarking” ist ein Erfolgskiller, und die Gliederung in “Zielgruppen” ist schon lange nicht mehr hilfreich.

    Der letzte Absatz enthält den einzigen Schwachpunkt: Mit der Handlungsaufforderung “Die eigenen Stärken stärken” verliert man leicht seine profitablen Kunden aus den Augen.

    In wirtschaftlich harten Zeiten ist es enorm wichtig, sich noch genauer auf seine “Ideal-Kunden” zu spezialisieren. Und auf das zu konzentrieren …

    … was “Ideal-Kunden”

    1. jetzt brauchen
    2. jetzt wollen, und
    3. jetzt bezahlen können.

    Die Stärkung der eigenen Stärken ist dann eine logische Folge davon.

    Beste Grüße
    Horst D. Deckert

  2. Lieber Herr Deckert,
    nach meiner Erfahrung sind die meisten Unternehmen mit ihren originären Stärken sehr eng an ihren profitablen Idealkunden dran (die bei etablierten Marken immer zu den langjährigen Stammkunden und First Choice Buyern gehören). Sollte dies nicht der Fall sein, da stimme ich Ihnen zu, könnte “Stärken stärken” eine Fehlsteuerung bewirken. Allerdings wäre das Unternehmen dann auch schon ein gutes Stück vom Weg abgekommen.
    Viele Grüße
    Henning Meyer

  3. [...] an, beides bei höchstem Wirkungsgrad miteinander zu verbinden. Als Marke sollte man gerade jetzt Selbstbewusstsein zeigen und seinen Führungsanspruch dadurch untermauern, dass man die Überlegenheit der eigenen [...]

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